CAS Medizinethik

In der berufsbegleitenden Weiterbildung Medizinethik können Sie die zentralen Fragen der Medizinethik durchdringen und neue Lösungswege für Ihren beruflichen Alltag entwickeln. Die Weiterbildung ist die einzige ihrer Art in Baden-Württemberg und wurde für die innovative Kooperation von Thales-Akademie, Hochschule Furtwangen und der Universität Freiburg mit dem CEDA-Preis ausgezeichnet. Sie schließt mit dem Certificate of Advanced Studies (CAS) in Medizinethik ab und ist als gesamte Weiterbildung für 224 Fortbildungspunkte bei der Landesärztekammer akkreditiert.

 

Einblicke in die Weiterbildung

Die Weiterbildung

Im Gesundheitswesen treffen seit jeher unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen vom guten Leben aufeinander. Ethische Fragen sind damit ein ständiger Begleiter aller Verantwortrungsträger/innen im Gesundheitswesen. Allerdings verschärfen die Digitalisierung und Ökonomisierung des Gesundheitswesens diese Herausforderungen erheblich. Immer häufiger stellt sich die Frage: Welcher diagnostische und therapeutische Weg ist der richtige? Wie bewahre ich meine Selbstbestimmung inmitten äußerer Einflüsse und Erwartungen? Wie kann ich zu besseren Entscheidungen in ethischen Konfliktsituationen beitragen? Und welche Ideen und Ideale verbergen sich eigentlich hinter unseren Konzepten von Selbstbestimmung und Mündigkeit sowie von Gerechtigkeit, Gesundheit und Krankheit?

Überblick

Inhalte

Medizinethische Herausforderungen prägen den Alltag von Verantwortungsträger:innen im Gesundheitswesen immer stärker. Neben den jüngsten Erfahrungen mit der Corona-Pandemie hat dies vor allem drei Gründe: Zum einen konfrontiert uns die rasante Technisierung der Medizin mit der Frage, welche dieser weitreichenden Möglichkeiten wir eigentlich nutzen wollen. Zudem erleben wir eine immer stärkere Ausrichtung von Gesundheitsleistungen auf Gewinnerzielung. Und drittens führt die fortschreitende weltanschauliche Pluralisierung der Gesellschaft dazu, dass Menschen im Gesundheitswesen ganz unterschiedliche Vorstellungen vom guten Leben berücksichtigen müssen.

Obwohl diese dreifache Dynamik den beruflichen Alltag zutiefst verändert, bleiben die grundlegenden ethischen Herausforderungen unübersichtlich, anspruchsvoll und daher oft schwer zu lösen. Zudem fehlt es im Alltag an Zeit und Gelegenheit, sich offen zu diesen Fragen auszutauschen.

Die berufsbegleitende Weiterbildung Medizinethik bietet Praktiker:innen aus dem Gesundheitswesen daher die Möglichkeit, sich umfangreiches philosophisches und ethisches Hintergrundwissen zu erarbeiten und in einem wertschätzenden berufsübergreifenden Austausch konkrete Lösungen für die eigenen Aufgaben zu entwickeln.

Zielgruppe & Lernziele

Die Weiterbildung ist berufs- und hierarchieübergreifend angelegt, um möglichst facettenreich medizinethische Perspektiven mit praktikablen Lösungsstrategien zu verbinden. Sie richtet sich insbesondere an: Ärzt:innen aller Fachrichtungen, kaufmännische und ärztliche Klinikleitungen, Pflegekräfte, Hebammen, Psychotherapeut:innen, Apotheker:innen sowie an Beschäftigte aus Unternehmen der Gesundheitsbranche (Medizintechnik, Pharmazie, Krankenversicherungen).

Lernziele sind:

  • Grundlagen der Medizinethik erarbeiten (Ethische Theorien)
  • Die Bedingungen heutiger Medizin und ihre medizinethische Relevanz reflektieren (Ökonomie, Technologie, Digitalisierung)
  • Inhaltliche Kernthemen der Medizinethik vertiefen (Embryonenforschung, Pränataldiagnostik, Sterbehilfe u.a.)
  • Medizinethische Probleme im eigenen beruflichen Kontext erkennen und benennen lernen
  • Methoden ethischer Entscheidungsfindung (Ethisches Argumentieren, Klinisches Ethikkomitee, Ethikcafé, Ethikkommission u.a.) erproben

Format, Termine & Abschluss

Die Weiterbildung ist im Blended-Learning-Format. Sie umfasst acht Seminare sowie deren eigenständige Vor- und Nachbereitung über eine Online-Lernplattform.

Die Weiterbildung beginnt in März 2023 und endet in November 2023.

Die Seminare finden freitags von 16:30 Uhr bis 20:30 Uhr sowie samstags von 09:00 Uhr bis 15:30 Uhr in Freiburg statt. Die detaillierten Seminarinformationen können Sie dem Programm entnehmen.

Sie schließt mit einem international anerkannten Certificate of Advanced Studies (CAS) ab und umfasst 10 ECTS-Punkte.

Bei Teilnahme an der gesamten Weiterbildung erhalten Ärzt:innen 224 Fortbildungspunkte der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Pflegekräfte 25 Fortbildungspunkte der Registrierung beruflich Pflegender.

Voraussetzungen, Anmeldefrist & Kosten

Die Teilnehmenden sollten über ein abgeschlossenes Hochschulstudium beziehungsweise qualifizierte Berufserfahrung verfügen.

Anmeldefrist ist der 1. Februar 2023. Über die Platzvergabe entscheidet der Anmeldezeitpunkt.

Für eine erfolgreiche Anmeldung benötigen wir Ihren Lebenslauf. Sie können sich online über unsere Homepage anmelden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 5.400 Euro. In den Kosten sind alle Studienmaterialien, persönliche Betreuung und das CAS Abschlusszertifikat sowie Snacks und Erfrischungen während der Präsenzseminare enthalten – nicht enthalten sind eventuelle Reise- und Übernachtungskosten.

Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Gebühr dient unserer Kostendeckung und kann steuerlich abgesetzt werden.

Nach Absprache können Sie die Weiterbildung in Raten zahlen. Wenn Sie finanzielle Unterstützung benötigen, weil Sie eine Teilnahme andernfalls nicht finanzieren könnten, bemühen wir uns um ein (Teil-)Stipendium. Wenden Sie sich in diesen Fällen persönlich und frühestmöglich an uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.

Veranstalter & Seminarorte

Die Weiterbildung ist ein Angebot der Thales-Akademie für angewandte Philosophie in Kooperation mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie der Hochschule Furtwangen und wird von wissenschaftlich renommierten, praxiserfahrenen Dozierenden aus ganz Deutschland geleitet.

Die Präsenztermine finden wenige Minuten vom Hauptbahnhof im Freiburger Stadtteil Wiehre statt – entweder im Liefmann-Haus der Universität Freiburg (Goethestraße 33) oder am Sitz der Thales-Akademie (Holbeinstraße 16).

Beratung & Ansprechperson

Für alle Fragen schreiben Sie uns gerne eine E-Mail oder rufen Sie uns einfach an. Wir freuen uns auf Sie!

Miriam Fischer-GeboersIhre Ansprechpartnerin:

Dr. Miriam Fischer Geboers
fischer@thales-akademie.de
Telefon 0761 – 290 800 14

Aktuelles zur Weiterbildung

Sie haben Interesse an einem spezifischen Thema der Weiterbildung und möchten gerne an einem Einzelseminar teilnehmen? Kein Problem, wenden Sie sich direkt an Ihre Ansprechpartnerin Miriam Fischer. Eine Übersicht über alle Seminare der Weiterbildung finden Sie im unterstehenden Programm.

Das Programm
2023

Cover Programmheft Medizinethik

Die Seminare 2022

Grundlagen der Medizinethik – 04./05. März 2022, ONLINE

Das erste Seminar dient neben dem persönlichen Kennenlernen der Einführung in das ebenso facettenreiche wie faszinierende Feld der Medizinethik.

Im ersten Seminarteil untersuchen wir zunächst, was es eigentlich bedeutet, ethisch zu argumentieren. Denn von „Ethik“ ist zwar gern die Rede, doch näher besehen bleibt meist unklar, was damit gemeint sein soll. Das liegt auch daran, dass sich von der Antike bis zur Gegenwart mehrere ethische Strömungen entwickelt haben, die unterschiedliche Länder und Kulturkreise mit ihren jeweiligen Wertvorstellungen und Rechtsordnungen bis heute stark prägen. Wir werden diejenigen ethischen Konzepte, die für die therapeutische und klinische Praxis zentral sind, genauer kennenlernen und anhand von Patientengeschichten ihre jeweiligen Stärken und Schwächen herausarbeiten.

Aufbauend hierauf wenden wir uns im zweiten Seminarteil drei ethischen Leitbegriffen zu, um die die meisten ethischen Herausforderungen im Gesundheitswesen kreisen: Würde, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. Welche Wirkungsgeschichte verbirgt sich hinter diesen Konzepten und was genau bedeuten sie? Und vor allem: Wie können sie uns helfen, konkrete medizinethische Fragen zu strukturieren, zu entscheiden und zu bewältigen?

 

Philippe MerzDr. Philippe Merz studierte Philosophie und Germanistik an den Universitäten Freiburg, Basel und Wien. Anschließend forschte und lehrte er an der Universität Freiburg, wo er 2014 mit einer Untersuchung zur phänomenologischen Ehtik promoviert wurde. Bereits 2013 gründete er die Thales-Akademie, die er seitdem als Geschäftsführer leitet. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Medizin- und Wirtschaftsethik sowie in der Philosophie der Digitalisierung.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

 

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Ökonomisierung der Medizin – 08./09. April 2022, ONLINE

In einem immer stärkeren Ausmaß prägt die Orientierung an Kosteneffizienz und Gewinnoptimierung das Gesundheitswesen und insbesondere die klinische Realität. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, während die Kosten für die Gesundheitsversorgung weiter steigen. Der Druck, am Krankenbett zu sparen, wenn Diagnose und Patient/in wenig profitabel erscheinen, nimmt zu. Zugleich verändern finanzielle Anreize sowie Zielvereinbarungen in Ärzteverträgen auf schleichende Weise das sensible Vertrauensverhältnis zwischen Ärzt/in und Patient/in.

Welche konkreten Auswirkungen hat ein Vergütungssystem gemäß DRG auf die unterschiedlichen Berufsgruppen im Gesundheitswesen? Wie lassen sich die begrenzten finanziellen Mittel bei der Versorgung kranker Menschen gerecht verteilen? Und vor allem: Welche Möglichkeiten hat jede/r einzelne, mit diesen Rahmenbedingungen verantwortungsvoll umzugehen?

Im ersten Seminarteil werden wir die gegenwärtige Situation analysieren und uns zentrale gesundheitsökonomische sowie ethische Grundbegriffe erarbeiten. Im zweiten Teil untersuchen wir konkrete Verteilungsfragen, auf deren Basis wir uns im dritten Teil mit Verteilungskriterien wie dem Alter, der Kosteneffektivität und Anreizsystemen auseinandersetzen. Im letzten Teil werden die Ergebnisse zusammengetragen und individuelle Handlungsspielräume für den eigenen Alltag erarbeitet.

 

Prof. Dr. Markus Zimmermann studierte Theologie an den Universitäten Frankfurt am Main und Fribourg (CH), wo er promoviert wurde und sich habilitierte. Seit 2014 ist er Titularprofessor an der Universität Fribourg, zudem Vizepräsident der Nationalen Ethikkommission für Humanmedizin in der Schweiz. Markus Zimmermann forscht und lehrt zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens sowie zur Ethik des Sterbens.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

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Technisierung der Medizin – 06./07. Mai 2022

Technische und insbesondere digitale Hilfssysteme werden im medizinischen Alltag immer wichtiger, angefangen bei „intelligenten“ Systemen zur Entscheidungsfindung über die Tele-Medizin bis hin zu Operations-Robotern. Neben vielen Vorteilen, die diese Systeme für medizinische Tätigkeiten und ganze Organisationen bieten können, entstehen mit ihnen zugleich neue ethische und soziale Herausforderungen.

Im ersten Seminarteil sichten wir zunächst die wichtigsten technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre – insbesondere Big Data, maschinelles Lernen und medizinische Robotik – und analysieren deren aktuelle sowie zukünftige Einsatzbereiche im Gesundheitswesen.

Im zweiten Teil diskutieren wir anhand zahlreicher Fallbeispiele die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Spannungen, die der zunehmende Einsatz intelligenter Systeme in der Medizin erzeugt. Im dritten Teil erarbeiten wir konkrete Ansätze zu einem verantwortlichen Umgang mit diesen Systemen, von der Forschung und Entwicklung bis hin zur klinischen Anwendung im Alltag.

 

Dr. Philipp Kellmeyer ist Neurologe und Neurowissenschaftler in der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg und zudem Lehrbeauftragter am Institut für Biomedizinische Ethik der Universität Zürich. Er erforscht die Anwendungsmöglichkeiten von Gehirn-Computer-Schnittstellen bei schwer gelähmten Patienten und setzt sich im Bereich der Neuroethik mit den ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen von Neurotechnologie, Big Data und intelligenten Systemen auseinander.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

 

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Ethische Herausforderungen am Lebensanfang – 24./25. Juni 2022

Die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin werden seit langem kontrovers diskutiert. Das verwundert kaum, denn die rasante Entwicklung von Insemination und In-Vitro-Fertilisation, Pränataldiagnostik und Präimplantationsdiagnostik hat immer mehr Möglichkeiten geschaffen, die Entstehung und Entwicklung von menschlichem Leben zu ermöglichen, zu beeinflussen – oder auch zu beenden.

Allerdings sind diese Tendenzen nicht nur deswegen so umstritten, weil sie werdendes Leben in so hohem Maß unserer Verfügung unterstellen, sondern auch, weil sie uns mit grundlegenden Fragen konfrontieren: Wann beginnt menschliches Leben? Was ist der Mensch? Was bedeutet heute „Familie“? Und wie wollen wir mit gesellschaftlicher Diversität umgehen?

Im Seminar werden wir uns mit den derzeit bestimmenden ethischen Fragen und Argumenten vertraut machen. Dabei kommen sowohl individual- als auch sozialethische Positionen zur Sprache. Besonders herausfordernde Zukunftsszenarien wie etwa die

Gen-Editierung der Keimbahn sollen zudem aus verantwortungsethischer Perspektive betrachtet werden.

 

Prof. Dr. Claudia Wiesemann leitet das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie ist Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und war bis 2020 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Autonomie und Vertrauen in der modernen Medizin sowie Elternschaft und Familie in der Reproduktionsmedizin.

Prof. Dr. Ulrike Salat ist Professorin für Molekularbiologie, Gentechnik und Humangenetik an der Hochschule Furtwangen. Durch ihre vorherige Tätigkeit in der pharmazeutischen Industrie und ihre humangenetische Expertise begleitet sie das Seminar mit naturwissenschaftlichem und praktischem Hintergrundwissen.

 

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

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Ethische Herausforderungen am Lebensende – 22./23. Juli 2022

Die Möglichkeiten der modernen Medizin führen dazu, dass Menschen immer seltener plötzlich sterben, sondern der Tod absehbar und erwartet eintritt. Damit häufen sich zugleich die bewussten Entscheidungen über die Begrenzung lebensverlängernder Maßnahmen oder das Zulassen des Sterbens. Diese Entscheidungen sind für die Betroffenen und deren Angehörige, aber auch für Ärzt/ innen und Pflegekräfte schwer und belastend.

Im Seminar analysieren wir daher zunächst das breite Spektrum von Entscheidungsmöglichkeiten am Lebensende und diskutieren deren ethische und rechtliche Hintergründe. Dabei zeigt sich auch, weshalb Patientenautonomie, Angehörigenbedürfnisse und ärztliches Selbstverständnis gerade am Lebensende stark kollidieren können.

Je nach Interesse der Teilnehmenden können wir anschließend verschiedene Fragen vertiefen, etwa den zwischenmenschlichen Umgang mit expliziten Sterbewünschen am Lebensende, die ärztliche Unterstützung bei der Selbsttötung von Patienten, den Unterschied zwischen behandlungsbedürftiger Suizidalität und einem selbstbestimmtem Todeswunsch, aber auch die Finessen von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten sowie die palliative Sedierung.

 

Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann ist Direktor des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum. Er studierte Medizin und Philosophie, ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und wurde mehrfach für seine Lehrtätigkeit ausgezeichnet. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben den ethischen Fragen am Lebensende auch die ethischen Herausforderungen der Psychiatrie, Aufklärung und Einwilligung sowie die klinische Ethikberatung.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

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Ethische Herausforderungen im Lebensverlauf – 16./17. September 2022

Zu den traditionellen Zielen der Medizin zählen die Vermeidung von Krankheit, die Linderung von Schmerzen und Leid, die Heilung und Pflege von Kranken sowie die Unterstützung bei einem friedlichen Tod. Das klingt vertraut und geradezu selbstverständlich – doch sobald wir diese Ziele umsetzen wollen, stehen wir vor weitreichenden Fragen: Wer ist eigentlich „gesund“ und wer „krank“? Wie weit reicht der Auftrag der Medizin, Leiden zu lindern? Wer definiert einen „friedlichen Tod“?

Wie wir diese Fragen beantworten, hängt nicht nur vom jeweiligen Stand der Wissenschaft ab, sondern mindestens ebenso sehr von unserem Menschenbild, von gesellschaftlichen Normen und kulturellen Wertvorstellungen.

Im Seminar widmen wir uns daher unterschiedlichen Konzepten von „Gesundheit“ und „Krankheit“ und schärfen so zugleich den Blick für unsere eigene Gegenwart. Damit eng verbunden ist die Frage, wie die Medizin sich selbst versteht und wie sehr sie versucht, die immer perfektionistischeren Wünsche der Menschen zu erfüllen oder diese sogar zu verstärken, sei es durch Anti-Aging- und Enhancement-Angebote oder das Einfrieren weiblicher Eizellen für die spätere Befruchtung. Diese Beispiele zeigen, wie sehr wir mittlerweile dazu neigen, Unzulänglichkeiten, Gebrechen und Leid zurückzudrängen oder sogar ganz zu überwinden. Was verrät diese Dynamik über den Wandel in unserem menschlichen Selbstverständnis und unserem Verständnis des „guten Lebens“? Und wie wirken sich diese Einstellungen auf unsere Lebensführung und unseren Umgang mit Patient/innen, Kund/innen oder Kolleg/innen aus?

 

Prof. Dr. Claudia Bozzaro ist Philosophin und Medizinethikerin an der Universität Kiel. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Reproduktionsmedizin, Ethik des Alterns, Konzepte von Schmerz und Leiden, Ethikberatung und ethische Problemfelder am Lebensende. Im Jahr 2013 erhielt sie den Nachwuchspreis der Akademie für Ethik in der Medizin und im Jahr 2017 den Albert-Bürklin-Preis der Wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

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Methoden ethischer Entscheidungsfindung – 04./05. November 2022

In Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wie Krankenhäusern und Pflegeheimen treten medizinethische Konflikte besonders häufig auf. Um diesen zunehmenden Bedarf an ethischer Konfliktlösung und Orientierung zu bewältigen, haben sich im Lauf der vergangenen Jahre spezielle Beratungsgremien etabliert. Das am häufigsten konsultierte Gremium ist das Klinische Ethikkomitee. Allerdings variieren die Methoden dieser Ethikkomitees im deutschsprachigen Raum teils erheblich. Hierin drückt sich nicht nur ein unterschiedliches Verständnis von Medizinethik sowie guter Ethikberatung aus; diese Unterschiede beeinflussen auch das konkrete Beratungsergebnis.

Im Seminar verschaffen wir uns daher einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Modelle der Ethikberatung und schärfen den Blick für ihre jeweiligen Vor- und Nachteile anhand praktischer Beispiele.

Auf diesem Weg zeigt sich, wie wichtig eine qualifizierte Ethikberatung für alle Verantwortungsträger/innen im Gesundheitswesen, aber auch für Patient/innen und ihre Angehörigen sein kann – und wie sie bei der Bewältigung wiederkehrender ethischer Herausforderungen im Spannungsfeld von Patientenautonomie, therapeutischem Selbstverständnis und begrenzten Mitteln helfen kann.

 

Dr. Gerald Neitzke ist Arzt und Mitarbeiter am Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort leitet er die AG Klinische Ethik und ist Vorsitzender des Klinischen Ethik-Komitees. Sein Schwerpunkt liegt neben der Klinischen Ethik und Ethikberatung, insbesondere auf Fragen der Ethik am Lebensende. Er ist Vorstandsmitglied der Akademie für Ethik in der Medizin und Mitglied im European Clinical Ethics Network.

Kosten: 490 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung.

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Was ist ein CAS?

Ein CAS ist ein international anerkannter, wissenschaftlicher Weiterbildungsabschluss für Menschen im Berufsleben. Er umfasst 188h Arbeitszeit, die sich im CAS Medizinethik auf acht Seminare sowie Online-Selbststudium verteilen. Wir vergeben das CAS Medizinethik gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, der Universität Freiburg und der Hochschule Furtwangen. Wenn Sie Näheres zum CAS-System und den Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Weiterbildungsabschlüssen wissen möchten, sind Sie hier an der richtigen Stelle.

Stimmen zur Weiterbildung

Anmeldung

Der Anmeldeschluss für die gesamte Weiterbildung der Medizinethik 2023 ist der 1. Februar 2023. Es ist aber weiterhin möglich, sich für Einzelseminare im Jahrgang 2022 anzumelden.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne per Mail oder Telefon (0761 – 290 800 14).

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