CAS Wirtschaftsethik

Die berufsbegleitende Weiterbildung Wirtschaftsethik ist die einzige ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Sie richtet sich an all diejenigen, die die soziale und ökologische Zukunft unserer Wirtschaft und Gesellschaft mitgestalten wollen und hierfür nach wissenschaftlich fundiertem Hintergrundwissen und inspirierender Orientierung suchen. Die Weiterbildung findet in Kooperation mit der Universität Freiburg statt und schließt mit einem internationalen Certificate of Advanced Studies (CAS) in Wirtschaftsethik ab.

Die Weiterbildung

Die Weiterbildung bietet Ihnen philosophisches Hintergrundwissen und zugleich konkrete Orientierung zu den zentralen Fragen der Wirtschaftsethik: Welche Argumentationsmuster und Wirtschaftsweisen prägen unser alltägliches Denken und Handeln? Welche Alternativen gibt es? Welche Rolle spielen Konsum und Arbeit für unser Selbstbild? Was bedeutet es, Beschäftigte und uns selbst verantwortungsvoll zu führen, auch angesichts neuer Entwicklungen wie agile Organisationen? Welche Konzepte von Organisationskultur und Unternehmensverantwortung haben sich etabliert – und welche überzeugen? Wie können wir uns von Wachstumszwängen lösen und Gerechtigkeitsprobleme überwinden?

Überblick

AKTUELL: Sie haben Interesse an einem spezifischen Thema der Weiterbildung und möchten gerne an einem Einzelseminar teilnehmen? Kein Problem, wenden Sie sich direkt an Ihren Ansprechpartner Lorenz Ottilinger. Eine Übersicht über alle Seminare der Weiterbildung finden Sie im unterstehenden Programm.

Für wen?  Die Weiterbildung wendet sich an heutige und zukünftige Verantwortungsträger/innen aus Wirtschaft und Gesellschaft: an Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, an Menschen aus NGOs und Hochschulen sowie an Berater/innen. Gerade diese alters- und berufsübergreifende Mischung ermöglicht einen ungewöhnlich facettenreichen, erkenntnisreichen Erfahrungsaustausch.

Wie?  Blended Learning: zehn Seminare, jeweils Freitag 16:30–21:30
& Samstag 09:00–13:30 Uhr, dazwischen Online-Selbststudium. 

Wann?  Januar bis November 2022.

Wo?  Je nach Seminar entweder im Liefmann-Haus der Universität Freiburg (Goethestraße 33) oder am Sitz der Thales-Akademie (Holbeinstraße 16) in 79100 Freiburg. WICHTIG: Sollte es die aktuelle Corona-Lage nicht möglich machen, finden die Seminare online statt.

Abschluss: Certificate of Advanced Studies (CAS, international anerkannt, 10 ECTS Punkte) durch die Thales-Akademie und die Universität Freiburg.

Kosten: 3.900 € für die gesamte Weiterbildung inklusive CAS | 540 € pro Einzelseminar
Wir arbeiten nicht gewinnorientiert; die Teilnahmegebühr dient der Kostendeckung. Die Weiterbildung bzw. die Einzelseminare können nach Absprache in Raten gezahlt werden.

Und sonst? Wenn Sie Fragen haben oder das Programm gern zugeschickt hätten, schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie uns an: 0761 – 290 800 10.

Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

Das Programm
2022

Die Seminare

Grundlagen der Wirtschaftsethik – 21./22. Januar 2022, ONLINE

Immer mehr Menschen möchten zu einer sozial und ökologisch zukunftsfähigen Wirtschaft beitragen, und das in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen: als Konsumentinnen und Nutzer, Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Kollegen, Führungskräfte und Geschäftspartner. Begriffe wie „Ethik“, „Verantwortung“, „Nachhaltigkeit“ oder „Fairness“ gehören daher mittlerweile zum Standardrepertoire unternehmerischer Zielsetzungen und öffentlicher Diskussionen. Allerdings bleibt dabei meist unklar, was diese Begriffe eigentlich konkret bedeuten und wie sie im Alltag gelebt werden können.

Wir beginnen die Weiterbildung daher mit einem Blick hinter die Kulissen: Welche Bedeutungsfacetten verbergen sich hinter den zentralen Begriffen der sozialökologischen Transformation? Wie prägen unterschiedliche ethische Denktraditionen wie die Tugendethik, der Utilitarismus und die Pflichtenethik bis heute verschiedene Kulturen weltweit, aber auch unsere persönliche Haltung gegenüber unseren Mitmenschen, der Natur und uns selbst?

Diese persönliche Auseinandersetzung mit aktuellen wirtschaftsethischen Entwicklungen möchten wir gezielt fördern. Daher bieten wir gemeinsam mit Jörn Schinzler, einem Pionier-Unternehmer und Gründer des häuslichen Pflegediensts „Ich und Du Pflege“, zudem einen zusätzlichen regelmäßigen Austausch an, der in Kleingruppen zwischen den Seminaren stattfindet und Raum für neue Entwicklungsmöglichkeiten schafft.

 

Dr. Philippe Merz studierte Philosophie und Germanistik an den Universitäten Freiburg, Basel und Wien. Im Jahr 2013 gründete er gemeinsam mit Dr. Frank Obergfell die Thales-Akademie, die er seitdem als Geschäftsführer leitet. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Medizin- und Wirtschaftsethik sowie in der Philosophie der Digitalisierung.

 

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Wirtschaft im Wandel – 18./19. Februar 2022, ONLINE

Unsere heutige Wirtschaftspraxis wird bestimmt von einem Menschen- und Gesellschaftsbild des 19. Jahrhunderts sowie einer wissenschaftlichen Ökonomik, deren mathematische Modellierung nicht die Vielfalt sozialer und ökologischer Herausforderungen erfasst. Um unser Wirtschaftshandeln zu reformieren, müssen wir diese Hintergründe kennen, sie kritisch infrage stellen und neu ausrichten. Dies ist nicht nur eine intellektuelle und ethische Auseinandersetzung, sondern auch ein Appell an unsere Vorstellungskraft und Kreativität.

Wir untersuchen daher zunächst, wie es dazu kam, dass der Mensch als rationaler, eigennütziger Entscheider gedeutet wurde („homo oeconomicus“), welche Auswirkungen dies bis heute auf die gesellschaftliche und politische Rolle der Ökonomie hat und welche konkreten Folgen sich hieraus für unseren Alltag ergeben. Dabei wird deutlich, dass unsere Vorstellungen von (guter) Wirtschaft stets kulturell geprägt und das Ergebnis historischer Entwicklungen sind. Das aber bedeutet zugleich: Veränderungen sind immer möglich.

Im zweiten Teil des Seminars widmen wir uns daher der Frage, wie unser heutiges Verständnis von Wachstum, Eigentum, Wettbewerb und Konsum anders gedacht und gestaltet werden kann. Hier lernen wir insbesondere die Postwachstumsökonomie, die „Donut Economics“ sowie das Konzept der Konvivialität kennen. Aus ihnen treten uns ein soziales Menschenbild, ein solidarisches Gesellschaftsverständnis sowie neue Impulse für unsere berufliche und private Lebensführung entgegen.

 

Lorenz Ottilinger M.A. studierte Soziologie und Kulturanthropologie in Freiburg, Basel und Lissabon (B.A.) sowie Ökonomie an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (M.A.). Bei der Thales-Akademie leitet er den CAS Wirtschaftsethik und begleitet Organisationen bei der Entwicklung ihrer Unternehmenskultur sowie von ökologisch verantwortungsvollen Geschäftsmodellen.

 

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Mit der Natur wirtschaften – 01./02. April 2022, ONLINE

Das Verhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie ist spannungsreich. Ökologie erklärt die Natur als ein fragiles und vernetztes System; Ökonomie hingegen interpretiert die Natur als Ressource. Zudem stellt sich die Frage, ob die Natur nicht auch jenseits von unseren menschlichen Zielsetzungen und Bedürfnissen ein Eigenrecht hat, das es verbietet, sie nur als Rohstofflieferantin oder Kulisse für die Urlaubserholung zu behandeln.

Die Spannungen verstärken sich derzeit durch normative Forderungen aus der ökologischen Ethik zum Landschafts- und Artenschutz, zur Erhaltung der Vielfalt des Lebendigen und zum Klimaschutz. Folgt man diesen Ansätzen, müsste die Ökonomie grundlegend umsteuern und über Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit hinaus zu einer grundlegenden Transformation zugunsten des Naturschutzes beitragen.

Im Seminar untersuchen wir aktuelle Forderungen der ökologischen Ethik und ihre Folgen für unser Wirtschaftshandeln sowie grundlegende Konzepte wie etwa das der Nachhaltigkeit. Zudem stellen wir neue Modelle des nachhaltigen Wirtschaftens vor und ermöglichen es den Teilnehmenden so, aktuelle Auseinandersetzungen zwischen Ökologie und Ökonomie eigenständig zu beurteilen und konkrete Schlussfolgerungen für ihren beruflichen und privaten Umgang mit der Natur zu entwickeln.

 

Prof. Dr. Angela Kallhoff ist Professorin für Ethik mit besonderer Berücksichtigung von Angewandter Ethik an der Universität Wien. Sie forscht und lehrt zur Natur- und Klimaethik, politischen Philosophie und Kriegsethik. Zudem leitete sie die Forschungsplattform „Nano Norms Nature“ sowie das Projekt „New Directions in Plant Ethics“. Zuletzt erschien von ihr „Climate Justice and Collective Action“ (2021).

 

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Die Bedeutung des Geldes für unsere Lebensform – 29./30. April 2022

Geld ist weit mehr als die Menge aller Münzen und Scheine, aber auch mehr als Kontoauszüge und Serverdaten. Geld ist die Grundlage unserer modernen Denk- und Lebensform. Um diesen Zusammenhang besser zu verstehen, entwickeln wir im Seminar ein systemisches Verständnis für Geld und Finanzen und verbinden dabei philosophische Perspektiven mit historischen, ökonomischen und psychologischen Erkenntnissen zur Bedeutung und Wirkung des Geldes.

So lernen wir im Lichte aktueller wirtschaftsethischer Herausforderungen das Geld- und Finanzwesen neu zu sehen und können sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Entwicklungen besser einordnen. Dazu gehören technologische Veränderungen durch Kryptowährungen, Machine Learning und Künstliche Intelligenz, aber auch gesellschaftliche Diskussionen um die Bargeldabschaffung und das bedingungslose Grundeinkommen sowie ökonomische Entwicklungen wie die Modern Money Theory und nachhaltige Finanzstrategien.

Wir diskutieren daher neben Klassikern wie Simmel, Schumpeter, Marx, von Hayek und Keynes auch aktuelle Ansätze und verbinden konkrete Innovationen mit grundsätzlichen Fragen rund um unseren ganz alltäglichen Umgang mit Geld.

 

Dr. Bernd Villhauer studierte nach einer Lehre als Industriekaufmann Jura, Philosophie, Kunstgeschichte und Altertumswissenschaften in Freiburg, Jena und Hull (UK). Seit 2015 leitet er als Geschäftsführer das Weltethos-Institut an der Universität Tübingen. Er schreibt den Blog „Fi- nanz & Eleganz” und veröffentlicht 2021 seine Einführung „Finanzmarkt und Ethik”.

 

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Die Bedeutung der Arbeit für unser Selbstbild – 13./14. Mai 2022

„Arbeit ist das halbe Leben“, singt Peter Maffay. „Nicht für uns“, kontert die Initiative der Glücklichen Arbeitslosen. Ob man sie hat oder nicht, sucht oder flieht, Arbeitgeberin oder Arbeitnehmer ist – unser Selbstbild, ja unsere gesamte Existenz wird entscheidend geprägt von der Arbeit, ihrem Lohn und dem, was andere darüber denken.

Doch das war nicht immer so: In der Antike schufteten nur die Sklaven, und nie vertrieb der Adel sich je die Zeit mit der Tätigkeit des ,Pöbels‘, der Arbeit. Wie kam es zu diesem erstaunlichen Wandel? Warum ist uns die Arbeit heilig, und wieso schätzen wir unterschiedlichste Tätigkeiten oft nur, wenn sie auch entlohnt werden? In welcher Gestalt begegnet uns die Arbeit heute – und welcher Zusammenhang besteht zwischen agilen Arbeitsformen und der neuen Arbeitskrankheit Nr. 1, dem Burnout-Syndrom? Und zuletzt: Gibt es Alternativen zur gegenwärtigen Arbeitsgesellschaft?

Diesen Fragen werden wir uns mit Texten und Filmen ebenso widmen wie in gemeinsamen Diskussionen und Präsentationen. Wichtige Impulse erhalten wir dabei aus Philosophie und Soziologie, von Denkern wie Max Weber, Hannah Arendt, Richard Sennett und Andreas Reckwitz, außerdem von Stimmen aus der Tagespresse, von Künstlern, Dichtern und Kindern.

 

Dr. Christian Dries studierte Philosophie, Soziologie, Psychologie und Geschichte in Freiburg und Wien und leitet in der Thales-Akademie den CAS Digitalethik. Zuvor war er Wissenschaftsmanager einer privaten Hochschule und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg. Als Vizepräsident führt er die von ihm mitgegründete
Internationale Günther Anders-Gesellschaft.

 

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Mitarbeitende zwischen Selbstbestimmung und Selbstverantwortung – 01./02. Juli 2022

Viele Unternehmen setzen heute erfolgreich auf die Selbstständigkeit ihrer Mitarbeitenden und Führungskräfte. Während viele hierarchisch organisierte Betriebe verstärkt über zielbasiertes Arbeiten, kooperative Führung und mehr Verantwortung beim einzelnen Mitarbeitenden steuern, stellen andere komplett auf selbstorganisiertes Arbeiten in agilen Teams um. Zugleich nehmen jedoch psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu.

Für die Unternehmensleitung stellen sich damit neue Fragen: Wie lässt sich Wertschätzung vermitteln, wenn für die Bewertung der Arbeitsleistung weniger die investierte Zeit oder das Engagement, sondern vor allem der wirtschaftliche Erfolg zählt? Wie lässt sich ein gutes soziales Miteinander erhalten, wenn über Benchmarks, Team- oder Individualziele gesteuert wird? Und welche Verantwortung hat ein Unternehmen, die Beschäftigten vor einem dauerhaften Einsatz oberhalb der Leistungsgrenze zu schützen?

Im Seminar analysieren wir aktuelle Managementmethoden aus arbeitspsychologischer Perspektive und prüfen, was Vertrauensarbeitszeit, mobil-flexible Arbeitsformen, Agilität, Zielvereinbarungen und andere Instrumente der Leistungssteuerung für die Motivation und Gesundheit von Mitarbeitenden und Führungskräften bedeuten. Dabei werden theoretische Konzepte ebenso berücksichtigt wie konkrete Fallbeispiele und Erfahrungen der Teilnehmenden in Einzel-, Tandem- und Gruppenarbeit.

 

Cosima Dorsemagen ist Psychologin (Dipl.-Psych.), Juristin (LL.B.) und Wirtschaftsmediatorin. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Nordwestschweiz leitet sie dort die Weiterbildung CAS Arbeits- und Organisationspsychologie. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich aktuelle Formen der Leistungssteuerung auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten auswirken.

 

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Unternehmensführung als Kulturverantwortung – 29./30. Juli 2022

Die Kultur eines Unternehmens zeigt sich auf vielfältige Weise: in der Art, wie wir Besprechungen abhalten, wie wir Einstellungs- und Trennungsgespräche führen oder Kund/innen behandeln, aber auch darin, wie wir die Arbeitsumgebung räumlich gestalten und worüber wir gemeinsam lachen. Somit begegnet uns die Unternehmenskultur in einer Organisation nahezu überall. Doch sobald wir sie zu fassen versuchen, scheint sie uns zu entgleiten. Was also ist die „Kultur“ eines Unternehmens? Was hat sie mit dem Erfolg einer Organisation zu tun? Und wie können wir sie konkret beeinflussen?

Um diese Fragen zu beantworten, unterscheiden wir im Seminar drei Dimensionen der Unternehmenskultur: ihre strategische, normative und emotionale Dimension. So wird deutlich, dass wir ein Unternehmen erst dann richtig verstehen, wenn wir es als eine besondere soziale Gemeinschaft erleben, in der die Unternehmenskultur kein bloßes Sahnehäubchen oder Instrument zur
Gewinnsteigerung bildet, sondern das eigentliche Ziel verantwortungsvoller Unternehmensführung.

In unsere gemeinsame Arbeit werden wir philosophische Texte, Management-Theorien und eigene Erfahrungen in Form von Impulsen, Gruppenarbeit und Rollenspielen einfließen lassen, um die Theorie und Praxis der Unternehmenskultur lebendig erlebbar zu machen.

 

Dr. Frank Obergfell studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Freiburg. Nach einem betriebswirtschaftlichen Zweitstudium in Karlsruhe übernahm er 1986 in vierter Generation das familieneigene Unternehmen Kundo. Heute ist er Vorsitzender der Familienholding OTG AG, die die zahlreichen Unternehmensaktivitäten bündelt. 2013 gründete er die Thales-Akademie, um die wirtschaftsphilosophischen Fragen unserer Zeit für ein breites Publikum zu öffnen.

 

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Konzepte der Unternehmensverantwortung – 09./10. September 2022

Unternehmensverantwortung ist inzwischen ein fester Bestandteil im Diskurs über die gesellschaftliche Rolle von Unternehmen. Dennoch bleibt meist unklar, was damit eigentlich gemeint ist. Im Seminar erarbeiten wir daher unterschiedliche Konzepte der Unternehmensverantwortung, die dazu befähigen, die Haltung der eigenen Organisation zu prüfen und zu präzisieren – nicht zuletzt, um mit den wachsenden Ansprüchen der Öffentlichkeit umgehen zu können.

Zu diesen Konzepten zählen etwa Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Citizenship (CC), Corporate Cultural Responsibility (CCR) oder auch „Nachhaltigkeit“ allgemein. Wir bringen Licht in diesen anglophonen Begriffsdschungel und wägen die Stärken und Schwächen der Ansätze gegeneinander ab. Anschließend arbeiten wir einige prominente Fallbeispiele auf, um die verschiedenen Konzepte der Unternehmensverantwortung anzuwenden und zu ermitteln, unter welchen Umständen sie sich überhaupt eignen.

Im abschließenden Teil entwickeln die Teilnehmenden eigene Ansätze für ihre Organisation – sowohl anhand ihrer Erfahrung mit Verantwortungsdefiziten als auch mit hervorragenden Beispielen. So werden sie befähigt, eine eigene unternehmensethische Position zu vertreten und umzusetzen.

 

Prof. Dr. Christian Neuhäuser studierte Philosophie in Göttingen, Berlin und Hongkong. Nach Jahren in der freien Wirtschaft promovierte er in Potsdam zu „Unternehmen als moralische Akteure“ (Berlin 2011). Seit 2014 ist er Professor an der Technischen Universität Dortmund und arbeitet dort zu Theorien der Würde, der Verantwortung und des Eigentums sowie der internationalen Politik.

 

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Wie anderes Wirtschaften möglich wird – 14./15. Oktober 2022

Es ist Herbst, die Weiterbildung nähert sich ihrem Ende, und es wird Zeit, die Ernte einzuholen: Wir blicken zurück auf die wichtigsten Ergebnisse der bisherigen Seminare und knüpfen den roten Faden, der die unterschiedlichen Themenschwerpunkte verbindet. Zudem öffnen wir den Raum für vertiefende Perspektiven sowie für die Frage, wie die gewonnenen Erkenntnisse und Impulse im eigenen Alltag wirksam werden können.

Hierbei begleitet uns Jörn Schinzler, der bereits zu Beginn der Weiterbildung die persönlichen Begegnungsformate eröffnet. Nun bringt er auch seine Erfahrungen als Gründer eines Unternehmens für erneuerbare Energien und des innovativen Pflegedienstes „Ich und Du Pflege“ mit ein. So erleben wir, wie Mut und Beharrlichkeit ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen und tauschen uns über die Stärken und Schwierigkeiten agiler Organisationsprinzipien wie Eigenverantwortung, Selbstorganisation und beziehungsorientierte Zusammenarbeit aus. Zudem erproben wir neue Gesprächsformate wie das Sprechen im Kreis als lebendige, hierarchiefreie Möglichkeiten des Austauschs und des gemeinsamen Entscheidens.

Die Verbindung aus beiden Seminarteilen ermöglicht es den Teilnehmenden zu klären, welche zentralen Erkenntnisse und Inspirationen sie in der Weiterbildung gewonnen haben und welches Wissen, welche Fähigkeiten und welche Haltung sie benötigen, um wirtschaftsethische Veränderungen erfolgreich mitzugestalten.

 

Jörn Schinzler arbeitete zunächst 15 Jahre in einem Unternehmen für erneuerbare Energien, bis er 2016 die „Ich und Du Plege GmbH“ gründete. Dieses Sozialunternehmen minimiert Leistungsdruck, Kostenoptimierung und Zeitkontrolle, die in der Pflege ansonsten üblich sind, um den Pflegekräften ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes Arbeiten zu ermöglichen und zugleich den Gepflegten eine wertschätzende, unterstützende Pflege zu bieten.

 

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Bewegte Eindrücke

Stimmen zur Weiterbildung

„Diese Weiterbildung ist einmalig und genau das, was ich schon lange gesucht habe. Die Qualität der Dozenten ist herausragend, und die Diskussionen mit den Teilnehmern verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen. Die Weiterbildung beeinflusst schon jetzt mein alltägliches Handeln. Eine echte Bereicherung!“
Elena Ricker, Director Finance einer internationalen NGO

„Die Weiterbildung bietet einen smarten und praxisnahen Einstieg in die Welt der Philosophie und Wirtschaftsethik und eröffnet mir die Möglichkeit, mein Handeln aus ganz neuen Perspektiven zu reflektieren und dabei differenziertere Sichtweisen zu gewinnen – als Unternehmer, Konsument und insbesondere als Mensch.“
Elmar Schlecker, Dipl.-Ingenieur und Geschäftsführer Xaption GmbH

„Ich bin begeistert von der Weiterbildung! Das Lernen und Diskutieren mit den anderen Teilnehmern hat mir sehr viel Freude bereitet. Das liegt sowohl an der guten Textauswahl als auch an der herzlichen und offenen Atmosphäre. Wohltuend waren außerdem die Ideologiefreiheit und die Eloquenz der Dozenten.“
Ulrike Schröder, Prokuristin

„Die Themen der Weiterbildung sind ebenso spannend wie hochaktuell, zudem immer verbunden mit der Reflexion des eigenen Denkens und Handelns – so macht neues Wissen Spaß!“
Camilla Granzin, Diplom-Pädagogin und Beraterin Personalentwicklung

Was ist ein CAS?

Ein CAS ist ein international anerkannter, wissenschaftlicher Weiterbildungsabschluss für Menschen im Berufsleben. Er umfasst 188h Arbeitszeit, die sich im CAS Wirtschaftsethik auf zehn Seminare sowie Online-Selbststudium verteilen. Wir vergeben das CAS Wirtschaftsethik gemeinsam mit der Universität Freiburg. Wenn Sie Näheres zum CAS-System und den Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Weiterbildungsabschlüssen wissen möchten, sind Sie hier an der richtigen Stelle.

Anmeldung

Der Anmeldeschluss für die gesamte Weiterbildung Wirtschaftsethik 2022 war im Januar 2022. Es ist aber weiterhin möglich sich für Einzelseminare anzumelden.
Wenn Sie die Anmeldung per Hand ausfüllen möchten, kontaktieren Sie uns per Mail oder Telefon (0761 – 290 800 10).

Oder melden Sie sich einfach direkt online an:

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